Warum dieser Blog? –
Wozu? –
Und: Wofür?

Dieser Blog ist ein Notiz-Blog. – Wie ein Notiz-Block. Ein Werkzeug also. Und wie ein Notizblock dient mir dieser Blog dazu, Gedanken und Ideen zu sammeln und vor dem Vergessen zu bewahren. Er dient mir auch dazu, mich selbst und meine Gedanken zu prüfen. Zu prüfen auf einem ziemlich unphilosophischen Weg: Ich will ganz emotional erleben, wie sich der eine oder andere Gedanke in der Handlung der Veröffentlichung anfühlt: Kann ich es wagen, diesen Gedanken in die Welt zu stellen oder ergeben sich angesichts eines virtuellen Lesers Zweifel, Skrupel, Unbehagen. Würde ich die Macht und den Willen haben, dieser neuen Ideen-Geburt als Pate beizustehen? Dabei weiß ich sehr wohl, dass der eine oder andere Gedanke nur ein Experiment sein kann. Vielleicht ist die eine oder andere Idee auch eine irrige Idee: nicht richtig, nicht gerecht, nicht wahr. Das ist so bei Notizblocks … im Gegensatz zu schließlichen Veröffentlichungen. Aber genau diese Freiheit benötige ich gerade (Nov. 2015) für meine nächsten Schritte dringend: Gedanken halb öffentlich zu wagen, um zu sehen, welche weiteren Perspektiven sich ergeben können. Gedanken wagen zu können, ohne bereits abschätzen zu können, zu welchen letztlichen Konsequenzen diese Gedanken mich zukünftig führen werden.

Damit ich meine Ideen besser sortieren und mir auch die eine oder andere Gedankenfreiheit erlauben kann, gibt es für mich im Moment kein besseres Werkzeug, als eben diesen Blog (Block) in dem ich mir beim Arbeiten und Schreiben und entwickeln über die Schulter schauen lassen.

Dass ich mir beim Sammeln in einem Blog öffentlich über die Schultern schauen lasse, hat zudem mehrere weitere Gründe:

  • Zum einen geht es mir wie den meisten Menschen, die durch eine neue Idee – woher auch immer sie gekommen sein mag – begeistert sind: Wir erachten diese neue Idee, weil sie uns so neu und faszinierend erscheint, als super-brillant und würden sie am liebsten der ganzen Welt mitteilen, sie in die Welt hinausschreien. (Ob die Idee uns dann in den folgenden Tagen, Wochen, Monaten, Jahren immer noch so neu und brillant erscheinen wird, ist eine ganz andere Frage).
  • Außerdem ist mir, wie oben beschrieben, die (emotionale) Prüfung meiner Gedanken gegenwärtig eine wichtige Hilfe beim eventuellen Besteigen der nächsten Stufe. Dass ich mich hierbei auch mit Banalitäten und Basalitäten befassen muss, gehört dazu. Besucher dieses Blogs mögen mir dies bitte verzeihen!
  • Zum anderen kann es ja durchaus sein, dass meine Gedanken und Ideen irren. Mit diesen Irrtümern will ich möglichst nicht allzu lange leben und so würde ich mich darüber freuen, wenn der oder die eine oder andere mich auf irrige Gedanken verständlich hinweisen würde. Das wäre ein wirkliches Geschenk.
  • Des Weiteren wäre es freilich auch prachtvoll, wenn wenn mir der oder die eine oder andere eine weitere Denkanregung zuschicken würde: Feurige Ideen, fesselnde Fragen, zum Nachdenken anregende Kommentare … Gedankenfutter …

Ich bin gespannt, was sich ergeben kann und ergeben wird …

Michael Gutmann
Berlin