Von einem halbwegs erwachsenen Menschen erhoffen und erwarten wir ein gewisses Selbstbewusstsein. Und damit meinen wir nicht nur, dass er halbwegs „selbstbewusst“ im Sinn von „selbstsicher“ auftreten kann. Wir erwarten auch, dass er etwas über sich selbst, seine Aufgaben und Ziele im Leben zu sagen vermag und auch einen eigenen, klaren Standpunkt vertreten kann. Wir erwarten, dass er sich ein wirkliches Selbstbewusstsein erarbeitet hat und dass seine Selbstsicherheit auf einer sicher gegründeten Selbsterkenntnis beruht.

Nun kann man zwar dagegen einwenden, dies sei doch wirklich sehr viel verlangt. Oder man kann reklamieren, es sei doch geradezu unmenschlich, so etwas von einem Menschen zu erwarten. Schließlich sei ein Mensch doch auch nur ein Mensch!

Ja, werde ich dann erwidern: Ein Mensch ist nur ein Mensch. Aber er ist eben doch auch Mensch, ein hohes Lebewesen und kein Stein und als Mensch kann ich von ihm erwarten, dass er sich und das Umfeld, das er mit verwaltet, so gut als möglich verwaltet. Und dies wird ohne ein Selbstbewusstsein, ein Bewusstsein seiner selbst, einer Selbsterkenntnis, nicht möglich sein. Zum Schaden und zur Last aller Beteiligten.


 

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