Ein Postscriptum (PS) möchte ich zum Thema „Dialogtherapie – Therapiedialog: Denken und Wohlfühlen“ und „Die Macht der Gedanken noch anfügen:

Dialektisch zugespitzt könnte man sagen:

Wenn ich schlecht denke, wenn meine Gedanken in die Irre gehen, fühle ich mich zwangsläufig schlecht, krank. Und ich fühle mich schlecht, weil ich schlecht (krank) bin! Denn schlechtes Denken macht schlecht (krank) und lässt einen sich schlecht (krank) fühlen!

Wenn ich krank, irrtümlich fehlerhaft rätsle oder grüble, werde ich mich deswegen auch krank und schlecht fühlen. Weil ich meinen sicheren und festen Boden oder meine Perspektive und/oder Hoffnung verloren habe!

Wenn ich gut (richtig) denke, fühle ich mich gut! Und ich fühle mich gut, weil ich gut (richtig) bin! Gutes Denken macht gut! Und lässt gute, richtige Werke vollbringen!

Fazit: Ich bin so und fühle mich so, wie ich denke! Ich bin so und fühle mich so, wie ich über mich denke!

Nur wer gut und richtig denkt, kann Gutes und Richtiges bewirken!

Gegen diese abstrakte Gedanken lassen sich natürlich ganz zu Recht mehrere Einwände erheben. Allem voran der, dass es doch sicherlich zahlreiche Menschen gibt, die völlig murksig denken und auch jede Menge Murks produzieren, von ihren Fehlern aber keine Ahnung haben und sich dementsprechend ganz blendend fühlen. – Dieser Einwand ist ohne Frage zutreffend. Es gibt jede Menge verpeilte Menschen, die sich ganz prächtig fühlen. Wie unter Drogen oder narkotisiert. Wer nichts von seinem fehlerhaften Denken weiß oder spürt, kann sich durchaus sehr wohl fühlen, solange er seinen Irrtum nicht erkennt oder erahnt. Das erscheint auf den ersten Blick ungerecht, aber so sind wir Menschen nun einmal gestrickt.

Dieser Einwand gegen das anscheinende Glücken des Falschen ist jedoch kein Einwand gegen das Prinzip, dass richtiges Denken auch tatsächlich glücklich und wirklich erfolgreich macht!


 

4 thoughts on “Postscriptum

  1. Gabriele v. Siebert

    Ich glaube übrigens nicht, dass man sich mit ´falschem Denken´ wohl oder gut fühlen kann, obwohl man das vielleicht meint. Das sich scheinbar gut fühlen unter Drogen bedeutet ja gleichzeitig, einen Teil von sich mit der Droge ausgeschaltet zu haben, ´betäubt´ zu haben. Ich weiss nicht, ob z.B. Betäubung, also eine Art nicht-fühlen ein sich-gut-fühlen sein kann.

  2. Dr. Michael Gutmann

    Ist es nicht möglich, dass ich zwar falsch denke, – mir dabei dieses falschen Denken aber gar nicht bewusst bin? (zweimal falsch also, könnte man sagen). Und mich dann dabei sorglos, wohl und glücklich fühle??
    Es wäre ja ein großer Schatz, wenn uns ein Gefühl auf unser falsches Denken, unsere Denkirrtümer, hinweisen könnte. Und wir das dann auch mitbekommen würden und reagieren könnten …

    1. Gabriele v. Siebert

      Klar ist es möglich (>meine< ich), dass ich "falsch" denke, mir dessen aber nicht bewusst bin. Sicher kann man sich dann auch sogar ´vormachen´, sich dabei gut zu fühlen – ich glaube aber nur dann, wenn man ein Interesse hat, nicht zu merken, dass man falsch liegt. – Für sich selbst falsch liegt, sich also selbst schadet. Das kann eine ´Funktion´ haben, z.B. Schmerzen zu vermeiden, die man zunächst hätte, wenn man klarer denken würde. – Klaus Holzkamp hat mal geschrieben, dass einzige "a priori der Psychologie" sei, dass sich niemand BEWUSST schaden könne. Das sehe ich ähnlich.
      Viele Grüsse, bis morgen!

      1. Dr. Michael Gutmann

        Danke! Ja! Bis morgen!
        Spannend! – Ich freue mich auf unser Treffen!
        LG – Michael Gutmann

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